0:3 – USC muss in die Pre-Playoffs

01.03.2017
Ausgesprochen stark agierte Ines Bathen, hier gegen Aachen Stoeten und Baicu. Foto: Daniel Wesseling

Das hatten sich die USC-Damen und die Fans anders vorgestellt, aber das West-Derby ging beim letzten Hauptrunden-Heimspiel der Unabhängigen mit 3:0 (18:25, 15:25, 25:27) an die Ladies in Black Aachen.
 
Damit haben die Westfälinnen die direkte Qualifikation fürs Playoff-Viertelfinale verpasst und werden die Hauptrunde als Siebter abschließen. Sicher ist ebenfalls, dass der USC schon am kommenden Mittwoch (19.30 Uhr) in den Pre-Playoffs das erste Match daheim im Volleydome gegen den VfB Suhl austragen wird, der als Zehnter firmiert. Gespielt wird – wie danach auch im Viertelfinale – im Modus „best of three“.
 
USC-Trainer Andreas Vollmer, der ja weiterhin und noch länger auf seine Diagonalkraft,  Hauptangreiferin und Top-Scorerin Erica Wilson (Fingerbruch) verzichten muss, änderte im Vergleich zum 0:3 vergangenen Samstag beim AMTV Stuttgart seine Startformation gegen Aachen auf zwei Positionen: Für Blockerin Jenny Keddy rückte wieder Kapitänin Leonie Schwertmann neben Jule Langgemach, und für Dana Anisova kam Ines Bathen im Außenangriff in die Erste Sechs.
 
Die 1035 Zuseher am Berg Fidel sahen zunächst einen munteren Beginn beider Kontrahenten, allerdings begann nach der ersten Technischen Auszeit die Schere etwas auseinanderzugehen. Zu Gunsten Aachens. Die Auszeiten von Vollmer bei 8:11 fruchtete noch nicht, die bei 10:14 allerdings schien von Erfolg begleitet. Bei 15:15 glich Münster aus, doch dann fielen die Gastgeberinnen im Verhältnis zum Herausforderer, den man im Hinspiel noch mit 3:1 bezwungen hatte, doch ab. Die Ladies waren einfach bissiger und brachten den Ball auf den Boden. So war das 18:25 am Ende keine sportliche Überraschung.
 
Mit einer am Netz und auch im Hinterfeld überragenden Ines Bathen blieb Münster nach dem ersten Seitenwechsel wieder bis zur ersten Technischen auf Augenhöhe mit dem Liga-Achten. Eine Aufschlagserie von Aachens Jeanine Stoeten ließ die Gäste auf 13:7 wegziehen, da Münsters Annahme hier überhaupt nicht funktionierte. Und weil den Unabhängigen danach auch offenbar das Selbstvertrauen fehlte, konnten die schwarzen Damen immer weiter davonziehen. Da halfen auch die Einwechselungen von Keddy für Schwertmann, Anisova für Fuchs und Alanko in der Zentrale für Bongaerts nichts. Kaum ein Smash der Kaiserstädter wurde abgewehrt.
 
Der große Lichtblick war am Mittwochabend der dritte Durchgang. Zu dem brachte Vollmer für Hanna Orthmann die 17-jährige Liza Kastrup, Bundesstützpunktathletin und mit dem USC 2 in der 2. Liga auf Punktejagd. Im ersten Satz hatte sie für einen Aufschlag ihr Bundesligadebüt gehabt, das 2:0 im dritten Set war ihr erster Bundesliga-Punkt. Zudem zeigten sich die Münsteranerinnen nicht nur spielerisch etwas verbessert, sondern auch mit großem Kampfgeist. Das Satzende war dann noch ein echter Krimi, allerdings ohne Happy-end für den USC. Zwei Matchbälle wehrten die Unabhängigen ab, dann kam bei 25:26 ein Smash von Sina Fuchs. Der Ball kann nur hauchdünn im Aus gewesen sein, doch Linienrichter Börge Jansen zögerte keine Zehntelsekunde mit seiner Entscheidung. Münster null, Aachen drei.
 
„Wir haben es heute in den Elementen Aufschlag und Annahme nicht richtig hingekriegt. Da kann man dann wenig machen“, resümierte Vollmer nach der Partie: „Wir haben es auf der Diagonalen, wo Erica uns jetzt fehlt, mit Hanna versucht, dann mit Liza, aber insgesamt sind wir im Angriff zu oft gescheitert, haben den Ball nicht auf den Boden bekommen.“ Dass jetzt schon am Samstag das letzte Hauptrundenmatch beim amtierenden Meister Dresden ansteht, findet der 50-Jährige gar nicht so haarig: „Wir haben natürlich wenig Zeit, aber daher auch wenig Zeit, lange am heutigen Tag herumzumäkeln. Wir werden die Köpfe schnell frei kriegen!“