Beeindruckend dominant

08.03.2017
Hanna Orthmann erzielte gegen Suhl elf Punkte und will nun mit ihren Teamkolleginnen am Samstag in Suhl den zweiten Schritt machen. Foto: Daniel Wesseling

Der USC Münster hat einen Riesenschritt Richtung Playoff-Viertelfinale getan. Am Mittwochabend schlugen die Münsteranerinnen im ersten Pre-Playoffmatch den VfB Suhl LOTTO Thüringen glatt mit 3:0.
 
Und bei diesem 25:15, 25:12 und 25:22 gegen die Thüringer präsentierten sich die Unabhängigen ihrem Publikum beeindruckend dominant. USC-Trainer Andreas Vollmer kam praktisch vollständig ohne Korrekturen aus: Es gab auf münsterscher Seite keinen Spielerwechsel – und die erste Auszeit des Coaches kam erst unmittelbar vor dem allerletzten Ball. Nach 70 Spielminuten war diese erste Partie im Modus „best-of-three“ in trockenen Tüchern für den Gastgeber, die nicht ohne Grund als Favorit in den Vergleich gegangen waren, holten sie doch in der Bundesliga-Hauptrunde satte 20 Zähler mehr als der Zehnte aus Suhl.
 
Dass das 3:1 beim Deutschen Meister Dresdner SC am vergangenen Samstag der Vollmer-Truppe eine gehörige Portion Rückenwind gegeben hatte, das wurde eigentlich schon in den ersten Minuten klar. Mit Kaisa Alanko (Zuspiel), Hanna Orthmann (Diagonal), den Außenangreiferinnen Sina Fuchs und Ines Bathen, Jenny Keddy und Jule Langgemach im Block, sowie natürlich Libera Linda Dörendahl, brauchte Münster gerade einmal vier Ballpunkte, um in Fahrt zu kommen. Nach dem 1:3-Rückstand ging der USC mit 8:3 in die erste Technische Auszeit.  
 
Die Unabhängigen spielten schon hier mit klarer Struktur, Alanko verteilte die Bälle ausgesprochen variabel, zudem hatte Münster gegenüber dem Gegner einfach mehr Höhe an diesem Abend. Nicht zu vergessen die hervorragende Aufschlagqualität der Westfälinnen, die sie am Mittwoch durchgängig und ohne Pause an den Tag legten. Suhl – zugegebenermaßen durch den Ausfall der ersten Zuspielerin Laurianne Delabarre offensichtlich geschwächt – bekam weder im ersten, noch im zweiten Durchgang ein Bein an den Boden. Zu hoch waren die Angriffe der Gastgeberinnen, zu hoch und wirksam der Münsteraner Block. Zudem fanden die Suhler gegen die Schnellangriffe von Keddy überhaupt kein wirksames Gegenmittel.
 
Erst im dritten Set war die Überlegenheit der Unabhängigen nicht mehr so frappierend. Und wer will es den USC-Mädels übel nehmen, als sie hier nach 8:4, respektive 16:12 bei den Technischen Auszeiten in diesem Satz nicht mehr ganz den Verve der ersten beiden Abschnitte hatten. Schließlich geht es schon Freitag wieder auf den Weg nach Suhl, wo mit einem zweiten Sieg der Viertelfinaleinzug schon perfekt gemacht werden kann.  
 
Dennoch bekam man auch hier nie das Gefühl, der Satz könnte dem USC von den Gästen noch geklaut werden. Mit dem 24:20 sorgte Keddy für den ersten Matchball, die dann auch mit ihrem Smash das Spiel nach 70 Minuten beendete. Mit ihrem 16. Punkt, was an diesem Tag der USC-Bestwert war.
 
So konnte sich Vollmer nach dem glatten Erfolg auch darüber freuen, „dass wir nun auch in die neue Rotation ohne unsere verletzte Erica Wilson reingewachsen sind. Annahme und Block haben wir sichtbar verbessert, gerade im Block sind Jenny und Jule Gold wert“, frohlockte der 50-Jährige. „Es war eine kompakte Teamleistung, es hat alles gut gepasst. Auch wenn wir mal einen Fehler gemacht haben, war das kein Nackenschlag, wir haben weiter gemacht!“
 
Sollten die Münsteranerinnen nun am kommenden Samstagabend in der Suhler Wolfsgrube ebenfalls triumphieren, dann wäre das Entscheidungsmatch umgangen und das Team könnte sich frühzeitig auf das Viertelfinale, in dem Pokalsieger Stuttgart warten würde, fokussieren.