Derbyzeit im Volleydome

28.02.2017
Youngster Hanna Orthmann rückt in den nächsten Spielen auf die Diagonalposition. Foto: Stefan Gertheinrich

Es ist das letzte Heimspiel der Bundesliga-Hauptrunde vor eigenem Publikum für den USC Münster, bevor es danach in die Playoff-Phase geht. Und das hat nochmal einen richtigen Highlight-Charakter.
 
Zu Gast im Volleydome am Berg Fidel sind am Mittwochabend (19.30 Uhr) die Ladies in Black Aachen, das heißt, dass es – wenn man so will – auch ein Spiel um die inoffizielle Landesmeisterschaft von NRW ist. Das Hinspiel im West-Derby haben die Unabhängigen mit 3:1 gewonnen. Und auch, wenn der erste Durchgang an die Kaiserstädter ging, so hatten die Westfälinnen die Partie nach dem ersten Seitenwechsel bis zum Schluss ganz fest im Griff und schmetterten sich dominant zu drei Zählern.
 
Dass die Ladies mit sieben Kader-Spielerinnen nach Münster reisen, die länger als 189 Zentimeter sind, das kann USC-Trainer Andreas Vollmer und sein Ensemble daher auch nicht verunsichern. „Wenn die Größe des Teams allein entscheidend wäre, dann wäre Aachen ja höher platziert als Rang acht“, konstatiert Vollmer. Natürlich spielt bei den Ladies auch beispielsweise eine Anna Kalinowskaja (31), „aber generell ist das vom Leistungsalter noch eine recht junge Mannschaft“, so der 50-Jährige. Aber er weist auch auf die teilweise fehlende Konstanz der Rheinländer hin. „Sicher, Aachen hat tolle Spiele gemacht wie beim 3:0 gegen Potsdam. Aber beim Tiebreaksieg gegen den VCO Berlin haben sie so gerade noch einen 1:2-Satzrückstand umgebogen. Zwischen diesen beiden Leistungen ist schon noch etwas Raum.“
 
Münster ist zwar durch den Ausfall von Diagonalangreiferin Erica Wilson gehandicapt – die Amerikanerin fällt nach einem Fingerbruch zumindest für die nächsten vier Wochen wohl aus. Aber mit Hanna Orthmann steht da ein fähiger Ersatz parat. Als Kaderergänzung wird erstmals Bundesstützpunktspielerin Liza Kastrup aufgeboten. Dazu kommt, dass die Unabhängigen wissen, dass sie Aachen schlagen können, sodass auch nach zuletzt vier Niederlagen das Selbstbewusstsein gegen die Ladies da sein wird. „Wir haben in Aachen einen Weg gefunden, die zu schlagen, und wir haben schon einen Plan, wie wir das am Mittwoch wiederholen wollen“, sagt Vollmer. Viel, so der 50-Jährige, werde davon abhängen, wie der USC im Block gegen die LiB-Angreiferinnen dasteht, „aber auch im Aufschlag müssen wir uns wie im Hinspiel klare Vorteile erarbeiten!“
 
Vollmer hofft aber auch auf den sogenannten siebten Mann, respektive die siebte Frau: „Es ist für uns Akteure ganz wichtig, dass Volleyball-Münster jetzt aufsteht. Dass wir spüren, dass sich die Fans zu uns bekennen, auch wenn wir jetzt gerade eine Phase haben, in der es nicht so gut läuft!“