Dörendahl blickt nach erfolgreicher Karriere in die Zukunft

31.03.2017
Linda Dörendahl. Foto: Jürgen Peperhowe / WN

In der siebten Klasse stand Linda Dörendahl kurz vor dem Absprung. Nachdem sie im Alter von acht Jahren mit Volleyball angefangen hatte, lockte sie auf der Sportschule in Berlin die Leichtathletik – genauer gesagt der Sprint.  
 
„Ich war kurz davor, den Sport zu wechseln. Es hat mich gereizt, alleine Erfolg zu haben und nicht auf andere angewiesen zu sein“, sagt Dörendahl. Doch die heute 32-Jährige blieb dem Volleyball treu – und traf damit die erste von vielen richtigen Entscheidungen in ihrer erfolgreichen Karriere, die am 22. März mit dem Aus des USC Münster im Playoff-Viertelfinale gegen Allianz MTV Stuttgart endete.
 
Als kleines Mädchen hatte Dörendahl ihrem elf Jahre alten Bruder Sven nachgeeifert und war nach Stationen bei Innova Berlin, dem Marzahner VC, dem VC 68 sowie dem VCO Berlin letztlich in Mecklenburg-Vorpommern gelandet. Zunächst für ein Jahr beim 1. VC Parchim, dem Ausbildungsverein des Schweriner SC, zu dem sie 2003 wechselte. Es war die erste prägende Station in ihrer Laufbahn, eine Weichenstellung für ihre Zukunft.
 
An der Ostsee vollzog sie als 19-Jährige den Wandel von der Zuspielerin zur Libera – und damit später zu einer Nationalspielerin, neun Einsätze absolvierte sie im Trikot der DVV-Auswahl. Dabei war der Positionstausch eher aus der Not geboren. „Ich war an der Hand verletzt und konnte nicht richtig pritschen. Und da ich hinter Kathleen Weiß eh kaum Spielanteile hatte, kam der Gedanke auf“, sagt Dörendahl, die mit ihrer Idee bei Coach Tore Aleksandersen vorstellig wurde.
 
„Ich sagte zu ihm, dass ich es probieren möchte, wenn er als Trainer das Risiko eingehen will.“ Der Norweger wagte es und lag damit richtig, Dörendahls Karriere nahm auf zunächst ungewohntem Terrain Fahrt auf, aus dem Talent wurde eine gestandene Bundesliga-Spielerin – Lehrgeld aber musste auch sie bezahlen. „Ich habe von den Etablierten richtig auf die Mütze bekommen und musste einstecken. Aber das war auch gut so, sonst hätte es auch in die falsche Richtung gehen können“, erzählt Dörendahl, die nie um eine Meinung verlegen ist.
 
So aber ging es weiter bergauf, und zwar steil. Zwei Mal wurde sie mit dem SSC Deutscher Meister (2006 und 2009), zwei Mal gewann sie mit Schwerin den Pokal (2006 und 2007). Doch die erfolgreiche Liaison endete nach dem letzten Titelgewinn, der auch der letzte in ihrer 14-jährigen Profi-Karriere war. Nach dem Wechsel [...]

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