Doppelpack zur Heimpremiere 2017

19.01.2017
Ein Team ein Ziel: Zwei Siege sollen am Wochenende her. Foto: Stefan Gertheinrich

Der Spielplan in der Volleyball-Bundesliga ist in dieser Saison für den USC Münster schon hier und da kurios. Andererseits: Es ist wie es ist. Und so erwartet  das Ensemble aus Westfalen nach fünf Wochen Heimspielpause nun gleich zwei Gegner binnen 24 Stunden im Volleydome am Berg Fidel.
 
Gut für die Fans, die schon Volleyball-Entziehungserscheinungen hatten, denn die können sich jetzt die doppelte Dröhnung holen. Und wer nach den USC-Spielen gegen den VC Olympia Berlin (Samstag) und Aufsteiger Schwarz-Weiß Erfurt (Sonntag, jeweils 14:30 Uhr) noch weiteren Nachholbedarf hat, kann gleich sitzenbleiben und sich die Youngsters des USC 2 in der 2. Bundesliga Nord im Münsterland-Derby gegen die Kurios Volleys Borken (Samstag) und die DSHS Köln (Sonntag) ansehen. Kleines Bonbon: Für alle Besucher mit dem zum Tag passenden Erstliga-USC-Ticket sind die Zweitligaspiele kostenlos.
 
Aber noch einmal zurück zum Spielplan. Denn der sieht es vor, dass die Unabhängigen am Sonntag gegen ein Team spielen, bei dem sie gute drei Wochen zuvor die Hinrunde abschlossen. Der USC erstarrte hier beileibe nicht in Erfurt, sondern holte bei den Thüringern das erste 3:0 der Saison, es war der siebte Sieg im elften Match der Serie. Nun also am Sonntag das Rückspiel, der USC hat da dann schon die Partie vom Vortag gegen den VCO Berlin in den Knochen.
 
Allerdings ist diese Doppelbelastung Volleyballern ja nicht fremd, gerade denen, die im Nachwuchs oder gar im Seniorenbereich schon Nationalmannschaftserfahrung sammelten. Im Prinzip kommt es in dieser Konstellation den Münsteraner auf der einen Seite vielleicht auch etwas entgegen, dass man es mit dem Letzten, und dann mit dem Vorletzten zu tun bekommt.
 
Auf der anderen Seite sind die Damen aus Westfalen weit davon entfernt, hier irgendetwas oder irgendwen auf die leichte Schulter zu nehmen. „Erfurt und Berlin haben beide schon überrascht und starke Vorstellung geliefert“, so Münsters dienstälteste Bundesligaspielerin Ines Bathen gestern im Interview: „Wir müssen am Wochenende alles in die Waagschale werfen, wenn wir die erhofften drei Punkte auch wirklich holen wollen!“  
 
Tatsächlich ist der VCO in dieser Saison so gut wie lange nicht mehr. Im Schnitt gewinnen die Juniorinnen aus der Hauptstadt derzeit jeden vierten Satz. Im vergangenen Jahr, und das war mehr oder weniger ein normales für den VCO, war es nur jeder Dreizehnte! Und im Hinspiel wären die Olympioniken gegen den USC fast mit 2:0 in Front gegangen. Klar, dass Bathen und ihre Mitstreiterinnen gewarnt sind.  
 
Auch das 3:0 in Erfurt war zwar souverän, aber kein Spaziergang. Zwar stehen die Thüringer als Aufsteiger auf einem Abstiegsplatz, aber sie können auch immer wieder mal als Stolperstein für etablierte Größen werden. Das musste Mitte Dezember auch der Köpenicker SC bei seiner Niederlage gegen die Schwarz-Weißen erfahren.
 
Dennoch, das wissen auch die Münsteranerinnen, ist der USC in beiden Wochenendbegegnungen auf dem Papier der klare Favorit. Muss er auch sein, schließlich sind die Saisonziele gegenüber im Vergleich mit VCO und SWE deutlich höher angesiedelt. Daher sieht Bathen, trotz der Erwartungshaltung in Münster, wo Fans und Umfeld 6 Zähler in 24 Stunden erwarten, den Druck nicht von außen kommen. „Wir wissen es ja selbst, dass wir beide Partien, am besten deutlich, gewinnen müssen.“ Und um diese Siege auch wirklich einzuholen, darauf ist bei allen Spielerinnen und im Trainer- und Betreuerstab in dieser Woche der komplette Fokus gerichtet.

(LUH)