Geschlagen – aber nicht niedergeschlagen

11.11.2013
Erneut als wertvollste Spielerin ausgezeichnet: Münsters Blockerin Ashley Benson. Foto: Gerhard Pohl

Axel Büring weiß, dass am Ende der Saison die nackten Zahlen aufgerechnet werden. Am Samstagabend war dem Trainer des USC Münster das Ergebnis aber fast egal. Gerade hatte sein Team als krasser Außenseiter beim Dresdner SC eine unglückliche 2:3-Niederlage kassiert, doch Büring war happy: „Das hat Bock gemacht, das war eine tolle Vorstellung.“

Geschlagen, aber alles andere als niedergeschlagen kehrte die Reisegruppe des USC Münster um vier Uhr am frühen Sonntagmorgen von Dresden nach Münster zurück. Am Abend zuvor hatte die Mannschaft von Trainer Axel Büring vor 2580 begeisterten Zuschauern in der Dresdner Margon-Arena die Hauptrolle in einem zweistündigen Volleyball-Krimi gespielt, der am Ende zwar unglücklich verloren ging, aber dennoch für größte Zufriedenheit beim Trainer sorgte. „Das hat richtig Bock gemacht, das war eine tolle Vorstellung“, schwärmte Büring nach dem ausgeglichenen Match. 216 Punkte wurden an diesem Abend gezählt, 108 auf jeder Seite – die letzten beiden und damit die entscheidenden allerdings zu Gunsten der Gastgeberinnen. 21:25, 25:21, 23:25, 25:22 und 13:15 lautete die Zahlenreihe aus Sicht der USC-Spielerinnen – in Sätzen 2:3. „Es kann schon sein, dass meine Spielerinnen enttäuscht sind. Auch ich hätte natürlich gerne gewonnen. Aber wenn ich wie immer die Leistung höher bewerte als das Ergebnis, dann kann und muss ich hoch zufrieden sein“, so Büring, der seinen Schützlingen die beste Saisonleistung attestierte.

Die Dramaturgie des Spiels passte zum engen Finale: Ein starker erster Durchgang des USC ging knapp verloren, der „perfekte“ zweite dann an Münster. „Im dritten fehlte uns am Ende die Konstanz. Auch den hätten wir gewinnen können, dann hätte alles noch anders ausgesehen“, so Büring.

In Abschnitt vier legte der USC eine 19:9-Führung vor, musste den Gegner bis auf 21:21 herankommen lassen, um dann mit einer Energieleistung dann doch noch fünften Satz und das erste kleine Erfolgserlebnis zu erzwingen. Beim Stand von 2:2 hatte der USC dank des neuen Regelwerks den ersten Zähler sicher.

„Es ist schon lange her, dass wir aus Dresden etwas Zählbares mit nach Hause nehmen konnten“, freute sich Büring über diesen Bonus zu einer begeisternden Vorstellung. Dass dieser Punkt in Durchgang fünf nicht verdoppelt werden konnte, war schließlich der einzige Wehrmutstropfen dieser Volleyball-Gala.

Je ein Fehler der beiden bis dahin überragenden Annahmespielerinnen Linda Dörendahl und Ines Bathen besiegelten am Ende das USC-Schicksal, das aber so viel Vorfreude auf die kommenden Auftritte ausstrahlte. „Wir sind im Moment eben richtig gut drauf“, befindet Axel Büring, der aus dem starken Kollektiv am Ende neben seinen Annahmespielerinnen auch die Angreiferinnen Ashley Benson und Leonie Schwertmann hervorhob. Benson, die bereits im ersten Durchgang schmerzhaft umknickte, biss die Zähne zusammen und brachte den Dresdner Block phasenweise zur Verzweiflung. Die US-Amerikanerin wurde folgerichtig zu Münsters bestens Spielerin gewählt.

Von: Westfälische Nachrichten / Ansgar Griebel