Hanna Orthmann fehlt in Erfurt – der USC ist verärgert darüber

23.12.2016
Auf der Suche nach der Lücke: Hanna Orthmann greift für die USC-Damen an. Foto: Jürgen Peperhowe

Die USC-Damen bestreiten am 28. Dezember ein Auswärtsspiel in Erfurt. Hanna Orthmann fehlt, sie bereitet sich mit der Juniorinnen-Nationalmannschaft auf die WM-Qualifikation vor. Münster hätte die Partie gern verlegt oder Orthmann für einen Abend „ausgeliehen“. Weder das eine noch das andere gelang.

Zwischen Weihnachten und Neujahr wird in der Frauenvolleyball-Bundesliga gespielt. Die Vereine wollten das so, es ist ein Termin, der viele Zuschauer anspricht. Das ist gut fürs Geschäft und wertvolles Eigenmarketing. Der USC Münster reist an diesem 28. Dezember nach Thüringen. In Erfurt strebt er drei Punkte an, es gibt allerdings ein Problem: Hanna Orthmann ist nicht dabei. Das große Talent der Unabhängigen bereitet sich zeitgleich in Kienbaum mit der U-20-Nationalmannschaft auf die WM-Qualifikation im Januar vor.

Natürlich war der USC bemüht, die Partie zu verlegen. Doch mit diesem Ansinnen blitzte er an jeder Tür, an der er klopfte, ab. „Das ist sehr ärgerlich. Und natürlich ein Nachteil für uns. Hanna ist Stammspielerin, sie wird uns fehlen“, sagt USC-Trainer Andreas Vollmer.

Fingerspitzengefühl fehlt

Nun ist den in diese Angelegenheit involvierten Verbände und Organisationen keine Willkür zu unterstellen. Aber sehr wohl fehlendes Fingerspitzengefühl. Denn sowohl der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) als auch die Volleyball-Bundesliga (VBL) bedrängen die Erstligisten schon seit geraumer Zeit, deutsche Talente stärker zu fördern. Das tut der USC im Fall von Hanna Orthmann. Hätte der Club da nicht im Gegenzug erwarten dürfen, dass der DVV die 18-Jährige für den Spieltag vom Lehrgang freistellt? „Es wäre eine Möglichkeit gewesen“, sagt Vollmer.

Vollmer: „Das ist nicht nachvollziehbar“

Eine andere Option: Die VBL hätte das Spiel verlegt. Allerdings existiert ein Vorstandsbeschluss, in dem der 28. Dezember als offizieller Spieltag fixiert ist. „Das ist auf ausdrücklichen Wunsch der Vereine geschehen“, erklärt VBL-Sprecher Frank Bleydorn aus Berlin. Vollmer kennt diesen Entscheid und er weiß, dass Münster damit die Hände gebunden sind. Was der Trainer nicht verstehen kann: „Die WM-Qualifikation im Januar wird als Verlegungsgrund anerkannt, die Vorbereitung auf das Turnier nicht. Das ist nicht nachvollziehbar, hier muss ganz schnell etwas geändert werden.“ Tatsächlich wurde die Bundesliga-Begegnung des USC in Vilsbiburg vom 8. auf den 31. Januar verlegt, weil die U-20-Nationalmannschaft an diesem Abend in Lettland um das WM-Ticket kämpft.

Den Bericht finden Sie bei unserem Medienpartner Westfälische Nachrichten unter http://www.wn.de/Sport/Lokalsport/USC-Muenster/2640423-Volleyball-Bundes...