Packendes Match – aber nur ein Zähler

19.02.2017
Alanko, Keddy und Anisova (v.l.) bauen sich zum Dreierblock vor Wiesbadens Aigner-Swesey auf. Foto: Daniel Wesseling

Es war das dritte Duell gegen den VC Wiesbaden in dieser Saison, zum dritten Mal ging es in den Tiebreak - diesmal aber erstmals mit dem besseren Ende für die Hessen. Mit 2:3 (25: 20, 17:25, 15:25, 29:27, 11:15) unterlag der USC Münster in einer wirklich packenden Begegnung vor 1500 Zuschauern im Volleydome am Berg Fidel.
 
Für die Münsteranerinnen war es die zweite Tiebreakniederlage in dieser Woche nach dem 2:3 am vergangenen Mittwoch gegen den Köpenicker SC. Immerhin wehrten die Unabhängigen im vierten Satz einen Wiesbadener Matchball ab und erzwangen mit dem 29:27 immerhin einen Zähler, der die Westfalen zurzeit noch hauchdünn in der Tabelle vor den Hessen auf Platz sechs hält.
 
„Wir hatten wieder einige Aufs und Abs“, konstatierte USC-Trainer Andreas Vollmer nach der mitreißenden Partie vor knapp 1500 Zuschauern. „Aber im Tiebreak war irgendwie der Wurm drin. Allerdings“, so lobte der 50-Jährige, „haben wir nach dem 1:2-Rückstand den Kopf weiter oben gehalten. Der VCW ist ja auch nicht irgendwer. Der Kampf um Platz sechs, und damit um die direkte Quali für die Playoffs, geht weiter!“
 
Vollmer hatte auf die teilweise etwas dürftige Partie gegen den KSC reagiert und seine Startformation gleich auf vier Positionen geändert. Neben dem US-Duo Keddy und Wilson setzte er diesmal auf Kaisa Alanko (Zuspiel), Sina Fuchs, Bodgana Anisova (Außen) und Kapitänin Leonie Schwertmann im Block.
 
So aufgestellt waren die Münsteranerinnen im Vergleich zu Mittwoch nicht wiederzuerkennen – auch wenn der Kaltstart mit 0:4 noch etwas holperte. Danach zeigten sich die Gastgeberinnen dynamisch und präsent, vor allem im Aufschlag war viel mehr Biss drin, und auch der Block punktete und war in diesem ersten Satz hervorragend abgesichert. Schon bei 8:7 hatten die Unabhängigen das kleine Auftakt-Malheur repariert und agierten dann besonders nach der zweiten Technischen Auszeit (16:14) stringent und aus einem Guss. Die starke Sina Fuchs brachte den USC dann mit einem feinen Lob mit 1:0 in Front.
 
Der Seitenwechsel allerdings brachte Münster aus dem Rhythmus. Schnell lagen die Westfälinnen mit 2:8 hinten – ein zu schwerer Rucksack, um den Wiesbadenerinnen hier noch einmal das Leben richtig schwer zu machen. Vollmer versuchte personell zu korrigieren, brachte in der Satzmitte Britt Bongaerts für Alanko und Ines Bathen für Anisova. Es fruchtete nichts. Während der VCW immer zielstrebiger im Angriff zupackte, blieb Münster immer öfter hängen. Simona Kosova sorgte schließlich für den Satzausgleich.
 
Doch damit war in einem Match, das niveaumäßig schon auf einem ganz anderen Level als am Mittwoch war, die Stärkephase der Gäste noch nicht beendet. Zwar brachte Vollmer Hanna Orthmann für Bathen und auch wieder Alanko zum Satzstart, doch schnell war da wieder ein 5:10-Lücke. Danach schien der Schalter sogar kurz umgelegt, denn der USC malochte sich richtiggehend wieder ran. Doch diese Pahse war nach dem Anschlusspunkt zum 12:13 wieder beendet – und Wiesbaden setzte sich über 16:12 und 20:13 souverän zum Satzgewinn ab.
 
Eine echte Nervenschlacht bot den 1500 Zuschauern der vierte Satz. Die Teams begegneten sich jetzt absolut auf Augenhöhe, wobei Vollmer nun Jule Langgemach (für Keddy) und Anisova für die fingerverletzte Wilson brachte, deren Diagonalposition Orthmann übernahm. Bei 14:15 ließ der USC kurz nach – kam dann aber nach 15:19 wieder großartig zurück und Sina Fuchs machte per Aufschlag das 19:19. Ab da ging es nur noch Punkt um Punkt. Bei 23:24 hatte der VCW Matchball, den versemmelte Delainey Aigner-Swesey allerdings im Service. Mit Assen von Orthmann und dann zum 29:27 von Fuchs zwang Münster den Gast in den Entscheidungssatz.
 
Und hier lief es genau so wieder Punkt um Punkt – leider nur bis zum 8:7. Denn nach dem letzten Seitenwechsel machten die Hessen drei Punkte in Folge und legten damit den Grundstein zum Sieg. Ein Annahmefehler von Anisova bedeutete nach 117 Spielminuten das Ende. Nun müssen die Unabhängigen alles in den Endspurt der letzten drei Hauptrundenspiele legen, um den dünnen Vorsprung vor dem VCW noch ins Ziel zu retten und sich damit direkt fürs Playoff-Viertelfinale zu qualifizieren.