Premiere 2017: Der Liga-Primus erwartet den USC

12.01.2017
Szene aus dem Hinspiel: Kaisa Alanko (l.) und Jennifer Keddy stellen sich SSC-Angreiferin Ariel Gebhardt entgegen. Foto: Stefan Gertheinrich

Beim Bundesliga-Premierenauftritt des USC Münster im neuen Jahr 2017 geht es für die Mannschaft von Andreas Vollmer gleich richtig in die Vollen: Am Samstag gastieren die Unabhängigen beim Spitzenreiter SSC Palmberg Schwerin.
 
Es ist der Dauerbrenner zwischen dem Rekordmeister aus Mecklenburg und dem Rekordpokalsieger aus Westfalen. Und für Vollmer ist der SSC auch der ausgemachte Meisterschaftsfavorit der laufenden Saison. Eine hohe Hürde wartet also auf die Münsteranerinnen, die auf einen Gastgeber treffen, der im Jahr 2017 bereits zwei Bundesligaspiele und ein Europapokalmatch absolviert hat, wobei die Unabhängigen ihren letzten Pflichtspiel am 28. Dezember beim 3:0-Sieg in Erfurt hatten. Eine Art Kaltstart sozusagen für den USC.
 
Allerdings haben die Westfälinnen in der ersten Januarwoche auch schon zwei Tests gegen den niederländischen Ehrendivisionär VC Alterno (5:0 und 3:2) gespielt. Dennoch: „Wir haben gegenüber Schwerin für die letzten zwei Wochen sicher ein Defizit an Wettkämpfen“, erklärt Vollmer. Auf der anderen Seite findet der USC-Coach es nicht schlimm, glich gegen Deutschlands derzeit beste Mannschaft anzutreten. „Zum Saisonbeginn war das ja ähnlich aufgebaut, da ging es auch gleich gegen Top-Teams. Das hat uns nicht geschadet. Dass jetzt Schwerin ansteht, finde ich gar nicht so verkehrt“, so der 50-Jährige.
 
Zudem hatten die Schweriner in den letzten Wochen eine neue Erfahrung gemacht, sie verloren gegen den VC Wiesbaden und gegen die Roten Raben Vilsbiburg ihre ersten Spiele in dieser Saison. Wobei dann am letzten Samstag gegen den Medaillen-Mitbewerber SC Potsdam wieder ein 3:1-Erfolg kam. „Der SSC war ein bisschen angeschlagen, sie haben teilweise auch nicht gut gespielt. Vielleicht finden wir einen Anknüpfungspunkt. Wir selbst können unbefangen einsteigen und müssen in Schwerin keine Angst vor Punkt- oder Satzverlust haben. Den Druck“, konstatiert Vollmer klar, „hat der SSC, wo ja auch die Erwartungen sehr hoch sind. Wenn wir gut reinkommen, dann ist für uns auch was möglich!“
 
Dass in Schwerin ein Sahne-Kader auf die Unabhängigen wartet, das ist kein Geheimnis. Brandt, Brinker (die neu gekürte Volleyballerin des Jahres), Dürr, Geerties, Hanke, Lippmann sind aktuelle deutsche Nationalspielerinnen, dazu kommen drei US-Amerikanerinnen. Und schließlich stehen im Schweriner Kader auch noch fünf Damen jenseits der 190 Zentimeter Körperlänge. Doch diesen Kader hatten die Mecklenburgerinnen auch am 7. Dezember mit nach Münster gebracht, wo der USC dem Liga-Primus in einem begeisternden Match das Leben richtig schwer machte.  
 
„Natürlich erinnern wir uns gut an diese Partie. Wir hoffen, dass wir auch am Samstag wieder dagegenhalten können“, sagt Vollmer. Ansonsten hatten die Münsteraner die Möglichkeit – neben den zwei Textbegegnungen – im Training auch wieder an den Grundlagen mit und ohne Ball arbeiten zu können. „Da steht ja in den akuten Wettkampfphasen immer ein bisschen die Taktik im Vordergrund“, erklärt Vollmer, warum er mit den zweieinhalb spielfreien Wochen gar nicht so unzufrieden ist. Allerdings fehlte ja auch Hanna Orthmann, die mit der U20-Nationalmannschaft eine starke WM-Qualirunde spielte, sowie die mit Infekt angesteckten Leonie Schwertmann und Linda Dörendahl. Beide sind wieder fit, Orthmann sei Wochenbeginn wieder im Teamtraining, sodass der USC mit komplettem einsatzfähigen Kader nach Mecklenburg fährt – mit der Hoffnung, dort vielleicht auch als Außenseiter überraschen zu können.