Saisonfinale mit Endspielcharakter

20.04.2017
Sarah Petrausch (l.) und Noa Linn Brach werden am Samstag alles dransetzen, den Klassenerhalt in trockene Tücher zu bringen. Foto: Daniel Wesseling

Es ist ein Saisonfinale mit Endspielcharakter: Am Samstag (19 Uhr) steht für die Youngsters des USC Münster 2 beim RC Sorpesee das letzte Match in der 2. Bundesliga Nord auf dem Programm.
 
Für die jungen Damen von Trainer Christian Wolf geht es um nicht mehr oder weniger als den Klassenerhalt, der für den Bundesstützpunkt Münster von erheblicher Bedeutung ist. Die Konstellation im Liga-Keller ist megaspannend: Der USC steht mit 23 Punkten auf Rang zehn da, ebenso viele hat Konkurrent SV Borken auf Platz elf. Die Westmünsterländer haben am Wochenende aber noch zwei (Heim-)Spiele vor sich, was auch immer der Betrachter von der Ansetzung des Matches gegen Stralsund am Sonntag halten mag. USC-Gastgeber Sorpesee ist nach dem 2:3 vom letzten Wochenende gegen Emlichheim (14:16 im Tiebreak nach 2:0-Satzführung) und 20 Punkten raus, da die Sauerländer nicht beide, Borken und Münster, noch überholen können.
 
Dass der Ruderclub allerdings frustriert und ergo mit angezogener Handbremse die Sache angeht, hält USC-Coach Wolf für ausgeschlossen: „Das Team hat Charakter bewiesen, der RC wird sich vor seinem Publikum ordentlich aus der 2. Liga verabschieden wollen. Darauf sind wir eingestellt“, berichtet Wolf.
 
Einstellung – das ist überhaupt ein Schlüsselwort. „Ich bin in den letzten Wochen und Tagen immer wieder gefragt worden, wie wir es schaffen wollen, mit dem Druck am Samstag umzugehen“, verrät Wolf. Und stellt klar: „Die Situation auf die wir da treffen, die ist doch seit drei Monaten unverändert. Seit drei Monaten müssen wir jedes Spiel gewinnen, um den Klassenerhalt zu schaffen. Wir kennen das jetzt, das ist nichts Außergewöhnliches, nichts Neues. Wir sind motiviert, wir sind angespornt!“ Druck sei gewesen, als sein Team mit sechs Zähler weit abgeschlagen am Tabellenende stand und 20 Punkte aufzuholen gewesen seien.
 
So haben die Münsteranerinnen, die im Übrigen am 11. März zuletzt in der Liga aktiv waren, auch in dieser Woche vor dem Finale ganz normal trainiert. „Sicher“, gibt Wolf zu, „das ist eine ganz besondere Woche. Aber in der läuft nichts anders als sonst. Fast möchte ich sagen, dass die jetzige Situation beinahe komfortabel ist. Die Mannschaft hat sich doch selbst beschenkt, dass sie jetzt noch den Klassenerhalt schaffen kann. Das haben die Mädels sich erarbeitet und hochgradig verdient!“ Im Gegenteil, mit einem Sieg in Sorpesee „haben wir doch die Chance, Borken unter Druck zu setzen“, so Wolf weiter.  
 
Egal wie es dann am Tag danach aussieht – das Team kann stolz auf sich sein, deshalb fahren auch zahlreiche USC-Fans mit ins Sauerland. Die letzten fünf Spiele gewann der USC 2, und zwar durch die Bank gegen besser platzierte Gegner. Daher leuchtet auch ein, wenn Wolf nun sagt: „Wir sind bereit. Wir haben vor Samstag keine Angst!“