USC lässt den Youngsters diesmal keinen Satz

21.01.2017
US-Doppelblock: Erica Wilson (l.) und Jennifer Keddy fangen Berlins Vanessa Akbortabie ab. Foto: Daniel Wesseling

Die Erwartungen im Vorfeld waren klar, das Ergebnis dann nicht weniger: Mit 3:0 (25:23, 25:13, 25:15) gewann am Samstag der USC Münster sein erstes Heimspiel im Jahr 2017 gegen den VC Olympia Berlin.
 
Ein Resultat, das im Umfeld der Unabhängigen deutlich formuliert war – und das natürlich so auch etwas Druck auf die mannschaft aufbaute. Doch das Ensemble von Trainer Andreas Vollmer hatte nur im ersten Durchgang etwas mit der eigenen Nervosität aufgrund der Erwartungen zu kämpfen. Im zweiten und dritten Set zeigten die Westfälinnen eine Vorstellung, die die jungen Berlinerinnen dann nicht mehr auch nur annähernd in die Nähe eines möglichen Satzgewinnes kommen ließ.
 
Vollmer entschied sich für die Startaufstellung mit Kaisa Alanko, Erica Wilson, Hanna Orthmann, Bogdana Anisova, Jule Langgemach und Jenny Keddy. Was insofern bemerkenswert war, als dass hier die Trikotnummern 7, 8, 9, 10, 11 und 12 aufliefen. Als Libera komplettierte natürlich Linda Dörendahl das Ensemble.
 
Der Start gelang, und es sah in diesen 90 Sekunden so aus, als sollte diesmal recht wenig Spannung im Volleydome aufkommen. Doch bei 4:5 lag Münsters erstmals hinten. Das USC-Tam war nach dem Satzverlust im ersten Durchgang beim Hinspiel ohnehin gewarnt, nun waren es auch die knapp 750 Zuschauer. Und auch, als Münster dann mit einem Langgemach-Ass wieder mit 10:8 die Nase wieder für längere Zeit vorne hatte, wurde dem Publikum klar: So richtig bei 100 Prozent waren die Gastgeberinnen mit ihrer Leistung noch nicht. In allen Elementen, vor allem im recht harmlosen Aufschlag und der bisweilen etwas wackligen Annahme, war noch einiges an Luft nach oben. Was sich wieder zeigte, als der USC mit 18:15 eigentlich den Schalter umgelegt zu haben schien. Doch wenig später lagen die Westfälinnen 21:22. Es drohte kurz ein Satzverlust, doch den konnten die Jung-Nationalspielerinnen aus der Hauptstadt trotz zweier Auszeiten ihres Coaches Martin Frydnes dem Favoriten dann noch nicht zufügen. Mit einem überragenden Ass verwandelte Hanna Orthmann, vor zwei Wochen noch mit den meisten ihrer heutigen Gegenspielerinnen mit der U19-Nationalmannschaft in Riga bei der WM-Quali erfolgreich, den ersten Satzball zum 1:0.
 
Das schien – so wollte sich im weiteren Spielverlauf zeigen – der sogenannte Dosenöffner für den Dreisatzsieg. Von Beginn des zweiten Sets an zeigte sich Münster mit erheblich mehr Durchschlagskraft im Angriff und mit stark verbesserte Feldabwehr. Berlin bekam den Block nun einfach nicht mehr so schnell verschoben, wie der USC spielte. Über 8:2 ging es auf  16:9, und auch danach ließ der USC nicht nach. Vor allem Erica Wilson und Hanna Orthmann feuerten aus allen Rohren. Eine Berliner Netzberührung bedeutete das 25:13.
 
Für den dritten Satz brachte Vollmer dann mit Zuspielerin Britt Bongaerts und den Außen-Angreiferinnen Ines Bathen und Sina Fuchs angesichts des nächsten Punktspiels nur 24 Stunden später gegen Erfurt drei frische Kräfte für Alanko, Anisova und Wilson. Das Echo dieser Umstellung hallte nur kurz nach. Zwei Minuten brauchte die neue Sechs Zeit, um sich richtig zu finden, da stand es 2:3, dann aber lief es bei den Münsteranerinnen wieder absolut rund, besonders Fuchs gefiel mit knallharten Smashs, denen die Olympionikinnen nicht viel entgegenzusetzen hatten. Fuchs und Keddy sorgten dann mit einem Block dafür, dass die Partie nach 68 Minuten ihr Ende nahm – mit dem ersten 3:0 der Unabhängigen vor eigenem Publikum in dieser Saison.
 
Das klare Ergebnis wusste Coach Vollmer nach Spielende aber durchaus zu differenzieren: „Das war anfangs ja schon ein bisschen mühsam. Ich bin enttäuscht vom ersten Satz“, analysierte der 50-Jährige: „Wir hatten im ersten Satz Probleme mit der Annahme, die Aufschläge waren zu einfach. Wir waren ein bisschen nervös.“ Dann aber habe seine Mannschaft das Spiel in die richtigen Bahnen gelenkt, vor allem mit der Steigerung im Aufschlag war Vollmer zufrieden. Wie auch mit Satz drei: „Da hatten wir tolle Quoten in Annahme und Block!“ Nun sei auch gegen Erfurt „ein 3:0 unser Ziel. Aber dafür müssen wir noch besser und aktiver sein als heute.“
 
Beste Punktesammlerin war am Samstag Hanna Orthmann (14), die auch zur MVP gekürt wurde. Erica Wilson holte in den beiden Sätzen, die sie spielte, zwölf Punkte. Am Sonntag (14.30 Uhr) gegen Aufsteiger SW Erfurt könnte auch Kapitänin Leonie Schwertmann wieder eine Option für Vollmer sein, die wegen eines Infekts unter der Woche heute zwar auf der Bank saß, aber geschont wurde.

(LUH)