USC muss ohne Wilson zum Pokalsieger

24.02.2017
Foto: Stefan Gertheinrich

Das Finale der Hauptrunde rückt immer näher in der Volleyball-Bundesliga. Und die Aufgaben werden für den USC Münster nicht gerade leichter: Am Samstag ist das Team von Trainer Andreas Vollmer beim Pokalsieger und Meisterschaftsmitfavoriten Allianz MTV Stuttgart gefordert.

Ein dicker Brocken, an dem sich die Münsteranerinnen gleich zu Beginn dieser Saison die Zähne ausbissen. Mit 0:3 unterlagen die Westfälinnen, sammelten dabei einmal 20 und zwei Mal 18 Ballpunkte in den Sätzen. Die Schwaben hingegen untermauerten ihren Spitzenanspruch im Saisonverlauf, sicherten sich den DVV-Pokal und sind mit dem noch amtierenden Meister Dresdner SC im Clinch um Platz zwei hinter der Schweriner SC. Zwar liegen die Süddeutschen da noch fünf Zähler hinter den Sachsen, allerdings haben sie auch zwei Partien weniger auf dem Konto.

Dass der USC als Außenseiter in dieses Match geht, liegt auf der Hand. Andererseits sind auch die Schwaben nicht wirklich unschlagbar. Mit dem SC Potsdam und dem VC Wiesbaden gelang das zwei direkten Konkurrenten des USC im Kampf um die Playoff-Qualifikation, also zwei Teams, gegen die der USC jeweils einen 1:1 in den Duellen stehen hat. „Die Saison hat gezeigt, das fast jeder jeden schlagen kann in der Bundesliga“, konstatiert USC-Coach Vollmer, der auch darum weiß, dass es mit der direkten Playoff-Quali nach nunmehr drei Niederlagen in Serie für seinen USC schon recht eng wird im Liga-Endspurt. „Es geht jetzt darum, einmal Extra-Punkte zu sammeln“, nimmt der Trainer auch sein Ensemble in die Pflicht.

Sicher, Stuttgart ist stark besetzt im Kader. Mit Michaela Mlejnkova und Renata Sandor sind gleich zwei Spielerinnen des AMTV unter den Top-Acht-Angreiferinnen zu finden, mit Wanna Buakaev, der einzigen Thailänderin in der Bundesliga, verfügt Trainer Guillermo Hernandez über eine überragende Libera. „Ein wunder Punkt von Stuttgart könnte allerdings die Diagonalposition mit Deborah van Daelen und Aiyana Whitney sein“, hat Vollmer ausgemacht. Dort gilt es für den USC natürlich anzusetzen.

Vollmer weiß aber auch: „Wir müssen auch unsere Hausaufgaben auf der eigenen Seite machen.“ Im Vergleich zur bitteren Niederlage gegen den Köpenicker SC haben sich die Unabhängigen beispielsweise im Element Aufschlag zuletzt gegen den VC Wiesbaden stark verbessert gezeigt. Gegen Stuttgart müssen die Westfalen hier aber sicher noch ein paar Prozent drauflegen. Ganz wichtig für Vollmer: „Unsere Annahme muss durchweg stabiler sein als zuletzt. Und wir müssen allgemein den Gegner richtig beschäftigen.“

Eine große Baustelle hat sich in personeller Hinsicht jedoch für die Westfalen aufgetan. Diagonalangreiferin Erica Wilson hatte gegen Wiesbaden einen Bruch im Mittelglied des kleinen Fingers zu beklagen. Die US-Amerikanerin wird dem USC wochenlang fehlen. Mit Youngster Hanna Orthmann steht allerdings eine Akteurin parat, die diesen Part übernehmen kann und auch in der laufenden Saison mehrmals schon auf dieser Position aktiv war.