USC verabschiedet sich mit Klasse-Leistung

22.03.2017
Münsters Jennyfer Keddy blockt hier Aiyana Whitney. Foto: Daniel Wesseling

Der USC Münster hat sich am Mittwochabend großartig verkauft – dennoch ist die Bundesliga-Saison 2016/17 für die Westfalen nun beendet.
 
Mit 1:3 (17:25, 25:19, 20:25, 20:25) unterlagen die Unabhängigen im Viertelfinal-Rückspiel vor heimischer Kulisse im Volleydome am Berg Fidel dem Pokalsieger und Favoriten Allianz MTV Stuttgart. Aber die Mannschaft von Trainer Andreas Vollmer kann sich erhobenen Hauptes aus der Serie verabschieden.  
 
Münster lieferte den Schwaben über fast die gesamte Distanz – wie schon beim 2:3 in Stuttgart – großen Kampf und hervorragenden Volleyball, was auch die Fans mit minutenlangen Ovationen nach dem letzten Ballpunkt honorierten.
 
Zwar lief es im ersten Satz noch nicht wirklich gut – und das, obwohl die Münsteranerinnen zunächst gut in die Partie reinkamen. Nach der ersten Technischen Auszeit übernahmen aber die Gäste das Kommando. Vor allem im Block wurden die Stuttgarter irgendwie immer größer, nur sehr wenige USC-Angriffe überwanden das Bollwerk am Netz.
 
Doch Münster zeigte sich vom Satz-Rückstand völlig unbeeindruckt und drehte nach dem ersten Seitenwechsel den Spieß erstmal um. Vor allem im Block wurde der USC immer besser und brachte auch jetzt erheblich mehr Biss in den eigenen Angriff, zwang Stuttgart zu Fehlern. Über 8:5 und 12:6 legten die Gastgeber ein gesundes Polster zwischen sich und den Pokalsieger. Es zahlten sich hier vor allem auch die klugen Lobs über den hohen MTV-Block aus. Nur kurz wackelten die Münsteranerinnen, ließen nach 19:13 vier Punkte in Folge zu., Doch dann biss Vollmers Sechs zurück und sackte den Set schließlich ungefährdet ein – 1:1, die Hoffnungen, den Favoriten doch noch ins Entscheidungsspiel zu zwingen keimten auf dem Feld und auf den Rängen auf.
 
In den dritten und wohl in der Retrospektive auch vorentscheidenden Durchgang kamen dann aber die Schwaben wieder besser rein. Stuttgart führte 12:9, dann aber drehten die Unabhängigen mächtig auf und entschieden mit Klasse und Willen auch den großartigsten Ballwechsel für sich, gingen so mit 14:13 in Front. Bis zum 20:20 stand der Abschnitt auf des Messers Schneide. Doch dann zeigte sich, warum die Schwaben die Hauptrunde auf Platz zwei und der USC auf Rang sieben beendet hatten. Der Gast spielte seine ganze Klasse aus und landete mit fünf Punkten in Folge in der Crunchtime den entscheidenden Punch.
 
Auch wenn Münster im vierten Set nochmal aller reinwarf – der dritte Satz schien auf beiden Seiten, hier positiv, da negativ – noch nachzuwirken über 8:7 gingen die Schwaben auf 16:8 davon, und auch ein feiner USC-Zwischenspurt brachte das Vollmer-Team nicht mehr wirklich in die Schlagdistanz. Stuttgarts Nia Grant beendete das Spiel mit dem zweiten Matchball.
 
Und dann geschah noch etwas Wunderbares: Münsters Libera Linda Dörendahl wurde im letzten Spiel ihrer 14-jährigen Profikarriere zur wertvollsten Akteurin auf USC-Seite gewählt. Das passte auch zur der emotionalen und bewegenden Verabschiedung der ehemaligen Nationalspielerin durch den Vorstand des USC und durch die vielen Fans in der Halle.