USC zum Duell der Tabellennachbarn

30.01.2017
Münsters Jule Langgemach (9) stellt sich in dieser Szene der Vilsbiburgerin Lena Stigrot entgegen. Foto: Stefan Gertheinrich

Es ist ein ungewöhnlicher Termin, dieser Dienstagabend. Weniger spannend macht es die Sache zwischen den Roten Raben Vilsbiburg und dem USC Münster aber nicht. Im Gegenteil.
 
Denn die Konkurrenz, gerade die, die sich mit dem USC und den Raben zusammen im Rennen um die Pole-Position für die Playoffs hinter den Top-Drei befindet, wird am Dienstagabend (Spielbeginn 19 Uhr) ganz genau hinschauen.
 
Beide Kontrahenten begegnen sich in der Tabelle auf Augenhöhe. Der USC ist derzeit Fünfter, könnte mit einem Sieg an der Vils mit dem Vierten SC Potsdam punktemäßig und in der Satzdifferenz gleichziehen. Die Niederbayern hingegen, die momentan zwei Zähler hinter Münster auf Rang sechs lauern, haben die Chance, an den Unabhängigen vorbeizuziehen.  
 
Dass an einem Dienstagabend zu spielen ist – ursprünglich war die Partie im Spielplan auf den 8. Januar angesetzt -, ist dem Umstand geschuldet, dass Anfang Januar der USC seine Akteurin Hanna Orthmann an die deutsche U19-Nationalmannschaft abgestellt hatte, die mit Hanna dann auch die erste WM-Qualirunde sehr erfolgreich abschloss. Münster nahm aber natürlich sein in der Bundesspielordnung verankertes Recht auf Spielverlegung wahr. Und da der Terminkalender kaum Lücken hat, am vergangenen Wochenende zudem Spielaustragungen wegen des Pokalfinals in Mannheim untersagt waren, treffen die beiden Rivalen nun am Dienstag aufeinander.  
 
Für den USC ist die letzte Erinnerung an die Raben nicht so schön. Ende November gab’s im heimischen Volleydome am Berg Fidel ein 0:3, wobei die Gastgeberinnen nie wirklich eine Siegchance besaßen. Das wiederum war allerdings auch verursacht durch eine Infekt-Welle innerhalb des USC-Teams, die das Ensemble von Trainer Andreas Vollmer erheblich schwächte.  
 
Natürlich wollen die Westfälinnen jetzt im Rückspiel eine grundlegend andere Vorstellung abliefern. Und klar, auch Zähler – am liebsten natürlich die komplette Punktzahl – mitnehmen. Dass das ein hartes Stück Arbeit wird tief im Süden der Republik, ist allen Beteiligten klar. Raben-Coach Jonas Kronseder hat ein starkes Ensemble zusammen. Im Vierzehner-Kader stehen Akteurinnen aus acht Ländern, darunter drei US-Amerikanerinnen, sowie Cracks vom Format einer Naoka Hashimoto (Japan/Zuspiel), der finnischen Libera Saana Koljonen oder etwa der kubanischen Diagonalangreiferin und 39-jährigen Routinesse Liana Mesa Luaces, aber auch eine Barbara Wezorke, die derzeit in der Liga die zweitmeisten Blockpunkte (42) aufweist.
 
Aber gewiss muss der USC nicht zu sehr auf den Gegner schauen, kann sich auf seine eigene Stärke und Ausgeglichenheit im Kader konzentrieren. Noch dazu dürften auch die beiden Drei-Punkte-Siege gegen VCO Berlin und SW Erfurt am vorletzten Wochenende weiter Selbstvertrauen gegeben haben. Am Montag machte sich der USC-Tross in voller Personalstärke auf den langen Weg von fast 700 Kilometern. So gehen die Münsteraner optimal vorbereitet in das Duell zweier Rivalen, die zwar sportlich dicht beieinander liegen, aber geographisch weit auseinander liegen.