Volle Punktausbeute nach dem 3:1 gegen Erfurt

22.01.2017
Linda Dörendahls starke Vorstellung wurde mit der goldenen MVP-Medaille belohnt. Foto: Daniel Wesseling

Am Ende war es zwar knapp, doch das Ziel, das sich Münsters Volleyballerinnen für das Match gegen Aufsteiger SW Erfurt am Sonntag gesteckt hatten, war erreicht: Mit 3:1 (25:9, 21:25, 25:17, 27:25) schlug der USC Münster den Liga-Neuling.

Kurios: Fast hätte das Ensemble von Trainer Andreas Vollmer in den Tiebreak gemusst. Im vierten Set hatte der Gast Satzball, der Ballwechsel von Schiedsrichterin für Erfurt gepfiffen - 25:23 für SWE? Nein, Nach Rücksprache mit dem zweiten Schiri Dr. Gerriets wandelte Fischer die Entscheidung zugunsten Münsters um, denn der Ball war von einer Erfurterin, und nicht wie von Fischer zunächst gewertet, von Erica Wilson. Im Stile einer routinierten Top-Mannschaft entschied der USC dann den Endspurt für sich. Und so war es das erhofft erfolgreiche Wochenenden mit den vollen sechs Punkten aus den zwei Partien gegen VCO Berlin und eben ERfurt.

Nach dem Samstagsspiel änderte Vollmer seine Startaufstellung auf drei Positionen: Die drei Münsteraner Eigengewächse Sina Fuchs, Leo Schwertmann und Ines Bathen rotierten rein für Bogdana Anisova, Jennifer Keddy und Hanna Orthmann. EIn weiterer Beweis dafür, wie ausgeglichen der USC-Kader in diesem Jahr gestaltet ist.

So aufgestellt pfefferten die Unabhängigen den völlig überforderten Gästen die Bälle um die Ohren, wie es im Volleydome lange nicht mehr geschehen war. Mit 25:9 schossen die Westfälinnen die Schwarz-Weißen ab. Nur 16 Minuten dauerte der Set, auch das eine Rekordmarke.

Doch wer gedacht hatte, dass es jetzt ein kurzes Vergnügen werden würde, sah sich getäuscht. Münster verlor seinen Rhythmus mit dem ersten Seitenwechsel - und Erfurt nahm ihn dankbar auf, bestätigte in der Folge durchaus die Tuaglichkeit für die deutsche Eliteliga. Das war im ersten Durchgang wirklich nicht der Fall gewesen. Erfurt zeigte sich sogar durchaus ausgekocht. Nach 11;6 für die Gäste ließ Erfurt den USC einfach nicht vorbei, nur einmal, da führte der USC 19:18. Aber das war nur eine Momentaufnahme. Schwarz-Weiß behielt die Ruhe und hatte die besseren Aktionen. Das 25:21 war nach 26 Minuten absolut verdient.

Das aber wollten die Unabhängigen dann nicht auf sich sitzen lassen. Münster kämpfte sich wieder ins Match rein, eroberte die Feldhoheit wieder. Die Westfälinnen bestimmten den Satz aus einer beruhigenden Führung und brachten es auch entsprechend zu Ende.

Im vierten Durchgang wurde es dann jedoch nochmal schwieriger, als Satz drei hätte vermuten lassen. Der USC musste für jeden Punkt unheimlich viel investieren, der Aufsteiger hingegen machte seine Sache clever. Nur dann am Ende nicht mehr, da spielte Münster seine Routine und auch seine personelle Überlegenheit aus. Nach 22:24 drehten die Unabhängigen das Ding zu ihren Gunsten. Und mordmäßiger Powersmash von Sina Fuchs beendete das Spiel und ließ den USC, bei dem sich Libera Linda Dörendahl die MVP-Medaille verdiente, jubeln.