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60 Jahre USC Münster

60 Jahre USC - Münsters Volleyballerinnen und Volleyballer waren viele Jahre lang sehr erfolgreich. Inzwischen haben sich die Kräfteverhältnisse verschoben. Foto Andreas Wegener
60 Jahre USC - Münsters Volleyballerinnen und Volleyballer waren viele Jahre lang sehr erfolgreich. Inzwischen haben sich die Kräfteverhältnisse verschoben. Foto Andreas Wegener

Die 45. Saison der 1. Volleyball-Bundesliga der Frauen läuft unter den pandemiebestimmten Einschränkungen ein wenig wie außer der Reihe genommen – aber sie läuft. Zum 45. Mal mischt der USC Münster mit – als einziger Verein weit und breit, der von Anfang an und ununterbrochen in dieser Ligenstruktur erstklassig eingestuft war. 

60 Jahre jung wird der Club jetzt, der am 15. Januar 1961 gegründet wurde. Als „Universitäts-Sportclub“ Münster von wahren Sportenthusiasten, die Dozent Dr. Rolf Andresen am Uni-Institut für Leibesübungen sammelte. Die auch namentliche Nähe zur WWU Münster, dessen Sportstudenten in den Anfangsjahren die Kader stärkten, endete 1981/82. In neuer Eigenständigkeit präsentierten sich fortan die „Unabhängigen“ im bundesweiten wie auch europäischen Vergleich.

Münsters Netz-Asse waren zu der Zeit längst bekannt und erfolgreich. Männerteams um den 1940 geborenen Germanistik- und Sportstudenten Manfred Kindermann, 71-facher Nationalspieler und 1972 Trainer der  deutschen Nationalmannschaft sowie der USC-Männer, und weitere Nationalspieler wie Uwe Zitranski, Uli Graßhoff, Rüdiger Hild, Hatto Nolte und Hans-Georg von der Ohe sowie Karl Herzog, ein echter Ausnahmekönner und später Co-Trainer der Nationalmannschaft, boten gehobene Qualität. Für lange Zeit, aber ab Mitte der 1970er Jahre nicht mehr. Die Frauenteams, bereits 1974 unter Coach Herzog und 1977 Deutscher Meister, prägten danach und bis heute den Verein.

Dieser USC zog die Fans in den Bann – erst in der Unihalle am Horstmarer Landweg, dann in der Halle der Ludwig-Erhard-Schule. Hier wie da reichte die Kapazität oft nicht. Das Ausweichen in die Halle Münsterland ermöglichte größere Kulissen.  Mit der Einweihung der Großsporthalle Berg Fidel in 1989 bekam der USC seine echte Heimstätte. Und die Fans erfanden den Beinamen „Volleydrom“ oder „Volleydome“ – beides Geschmackssache. 

Ende der 1980er und in den 1990er Jahren profitierte der USC vom Plan und vom Engagement des Unternehmers Reinhard Horstmann, von 1989 bis 1998 ehrenamtlicher Präsident. Gute Trainer kamen und starke Athletinnen, die die stattliche Reihe der Nationalspielerinnen aus Münster noch vergrößerten.

Die inzwischen in die Jahre gekommene Spielstätte platzte in den großen Zeiten bisweilen aus den Nähten. Als legendär gilt die Partie um die deutsche DM-Krone zwischen Münster und Vilsbiburg am 15. Mai 2005. Vor offiziell 4500 Fans und in Wahrheit wohl noch mehr gewann Axel Bürings Team mit 3:0 in der letzten und entscheidenden Partie der damals noch gespielten Meisterrunde. 2004 war Münster auch schon Meister und in beiden Jahren auch deutscher Pokalsieger.

Längst haben sich die Kräfteverhältnisse verschoben. Die „großen Drei“ aus Schwerin, Dresden und Stuttgart dominieren durch die Bank, in diese Phalanx bricht kaum einer ernsthaft ein. Der USC setzt auf seine Konzepte – auf die Nachwuchssparte, auf die Verbindung mit der NRW-Sportschule Pascal-Gymnasium und dem Sportinternat. In der Stadt mit dem Bundesstützpunkt hat die Ausbildung an Wert gewonnen. Und in der Stadt mit den begrenzten Möglichkeiten, Unternehmen zur Unterstützung zu bewegen, schätzt sich der USC glücklich, in der LVM Versicherung den überaus zuverlässigen Partner zu haben.

TrainerInnen der USC-Mannschaften

Erreichbaren Dokumenten zufolge coachten 19 Trainerinnen und Trainer die  USC-Frauenteams im ambitionierten Spielbetrieb. Erst ab 1976 wurde die Bundesliga eingeführt. Männer wie Uwe Zitranski, Karl Herzog und Paul Brisken sind aufgeführt, auch Frauen wie Margarethe Herzog und Annedore Richter. Süha Yaglioglu trug Verantwortung wie Chengwu Wang, wieder Herzog und dann Olaf Kortmann. Nach Harry Brooking und Sue Woodstra kam 1994 Axel Büring – nach dem Zwischenspiel mit Zoran Nikolic coachte Büring erneut von 2002 bis 2015. Andreas Vollmer und Teun Buijs folgten dem Dauerbrenner und zuletzt sprang Ralf Bergmann für Lisa Thomsen (Mutterschutz) ein. 

Für die lange Zeit erstklassig erfolgreichen USC-Männer stehen Trainer wie Dr. Rolf Andresen (Dozent am Institut für Leibesübungen), Manfred Kindermann, Uwe Zitranski und Karl Herzog. Der steuerte auch Teams nach dem Abstieg aus Liga eins, später Gerd Büdenbender sowie Annedore Richter. In der Regionalliga waren Tom kleine Holthaus, Uli Schoo oder Uwe Röhrs verantwortlich – auch Martin Schattenberg und in 1993 Axel Büring. Uwe Wallenhorst und Christian Zeyfang strebten ebenfalls glücklos die Rückkehr in höhere Ligen an.

USC-Teams als Titelsammler

Große Dominanz strahlten zunächst die Männerteams des USC aus – nach dem Start in den Spielbetrieb 1963/64 als Deutscher Meister in den Jahren 1965 bis 1972 – ununterbrochen – sowie Deutscher Pokalsieger in 1976. Karl Herzog, Hans-Ulrich Graßhoff und Manfred Kindermann prägten etliche der so erfolgreichen Kader. Die Ära der Frauen löste die große Zeit der Männer ab – mit der Eigenständigkeit der Volleyballabteilung ab 1981/82 und als „Unabhängiger Sportclub Münster“. Erstmals in 1974, letztmals in 2005 und insgesamt neun Mal triumphierten Teams in Deutschlands höchster Klasse. Elfmal gewann der USC den Pokalwettbewerb – erstmals 1973, letztmals 2005. Europäisch top waren Teams 1982, 1994, 1996 (CEV-Cup) sowie 1992 im Europapokal der Pokalsieger.

Text: Thomas Austermann

24.02.2021

Aktuell können unsere Jugendmannschaften nicht gemeinsam trainieren und warten sehnsüchtig auf den erneuten Trainingsbeginn. Dank der Commerzbank Münster haben die Kids einen weiteren Grund zur Vorfreude: Die Commerzbank hat 20 neue Moltonbälle gespendet, die bei Trainingsbeginn zum Einsatz kommen werden. 

22.02.2021

Schluss, aus und vorbei: Von der 3. Liga bis in die Kreisklassen fliegt in dieser Saison kein Ball mehr über das Netz. Der DVV hat die Einstellung des Spielbetriebs aufgrund der Corona-Pandemie beschlossen, der Westdeutsche Verband schloss sich der Entscheidung an. Auf- und Absteiger gibt es ebenso wie Meister nicht. 

19.02.2021

Vorher hatte niemand damit gerechnet, hinterher waren alle stolz. Der USC Münster hat mit dem völlig überraschenden 3:1 gegen den SSC Palmberg Schwerin neue Hoffnung im Rennen um die Playoffs geschöpft.

17.02.2021

Der USC Münster zeigte am Mittwochabend seine bislang beste Saisonleistung und besiegte den Rekordmeister SSC Palmberg Schwerin verdient mit 3:1 (23:25, 25:22, 25:20, 25:23). USC-Coach Ralph Bergmann war nach dem Spiel entsprechend zufrieden: „Wir hatten keinen Druck, Schwerin schon. Daraus haben wir das beste gemacht. Es hat richtig Spaß gemacht.“

16.02.2021

Die Hauptrunde der Volleyballbundesliga der Frauen biegt auf die Zielgerade ein. Der USC Münster hat noch drei Spiele zu absolvieren. Das erste davon am Mittwoch um 19 Uhr in heimischer Halle gegen den Rekordmeister SSC Palmberg Schwerin. Das Spiel wird live bei sporttotal.tv gestreamt.

14.02.2021

Mit leeren Händen kehrt der USC Münster vom Auswärtsspiel bei NawaRo Straubing zurück. 0:3 (22:25, 23:25, 20:25) hieß es nach 81 Minuten Spielzeit. Trainer Ralph Bergmann war nach der Partie enttäuscht über den Spielverlauf: „Man muss anerkennen, dass Straubing es gut gemacht hat“, so der Coach. „Aber, wir waren gut vorbereitet und hatten sie genau so erwartet.