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Ines Bathen über elf Jahre USC Münster: „Bekomme heute noch Gänsehaut“

Ines Bathen in der Saison 2013/14. Foto: Stefan Gertheinrich
Ines Bathen in der Saison 2013/14. Foto: Stefan Gertheinrich

Als Ines Bathen 2007 als eine der ersten Schülerinnen überhaupt ins gerade eröffnete Sportinternat Münster einzog, sah sie ihre sportliche Zukunft eher im Beachvolleyball. Mit einer Körpergröße von 1,72 Meter traute sie sich selbst den Durchbruch in der Halle damals gar nicht richtig zu. Gekommen ist schließlich alles ganz anders:  Elf Jahre 1. Bundesliga beim USC Münster, Publikumsliebling und Galionsfigur des Vereins. Am 14. Oktober spielt die 28jährige ein letztes Mal mit dem Bundesligateam. In einem Show-Match gegen die Männer des TSC Gievenbeck, das gleichzeitig ihr Abschiedsspiel ist. Im Interview blickt die angehende Lehrerin auf die Highlights ihrer Karriere zurück und verrät, dass sie in Münster ihre zweite Heimat und im USC ihre zweite Familie gefunden hat.

Was waren für Dich die schönsten Momente in den vergangenen elf Jahren als Volleyball-Profi? 

Ines Bathen: Ich kann mich noch gut an den ersten Tag in Münster erinnern. Als eine der ersten Schülerinnen überhaupt bin ich ins Internat eingezogen. Das war damals noch an der Coburg. Ich war zum ersten Mal weg von zuhause. Das war schon richtig aufregend. 

Und aus sportlicher Sicht?

Ines Bathen: Da gab es natürlich viele schöne Momente. Aber die U20-WM in 2009, als ich mit der Nationalmannschaft Weltmeister geworden bin, die werde ich sicher nie vergessen. Unvergessen bleiben auch so manche Spiele am Berg Fidel. Wenn ich zum Beispiel an das Pokal-Halbfinale gegen Stuttgart im Dezember 2014 denke… das war kurz nach Weihnachten. Mehr als 3.000 Zuschauer. Da bekomme ich heute noch Gänsehaut. Leider haben wir den Finaleinzug damals nicht geschafft. So ein Pokalfinale – das hätte ich gerne einmal erlebt. Und dann bin ich mit dem USC ja auch zweimal Dritter in der Liga geworden. Das war auch jedes Mal genial.
 

Ines Bathen wurde mit der U20 Nationalmannschaft 2009 Weltmeister. Foto: FIVB / Conny Kurth
Ines Bathen wurde mit der U20 Nationalmannschaft 2009 Weltmeister. Foto: FIVB / Conny Kurth


Du hast mit Axel Büring, Andreas Vollmer und Teun Buijs drei verschiedene Trainer gehabt. Waren alle völlig anders oder gab es auch Parallelen?

Ines Bathen: Nein, die waren alle drei ganz unterschiedlich. Sowohl vom Typ her - also menschlich, als auch vom Stil als Trainer. Eigentlich in allen Belangen. 

Bei Deinen Mitspielerinnen war die Fluktuation ja wesentlich höher. Mit wem hast Du besonders gerne zusammengespielt? 

Ines Bathen: Es waren wirklich ganz schön viele Spielerinnen. Viele sind zu Freundinnen für mich geworden. Die Mannschaften beim USC waren eigentlich immer cool. Das letzte Jahr war aber schon ganz besonders. Wir hatten eine extrem gute Stimmung im Team. Das hat mir den Abschied natürlich auch besonders schwer gemacht. 

Dein Abschied kam nicht überraschend, aber bis zur endgültigen Entscheidung hat es dann doch ein wenig gedauert. Warum? 

Ines Bathen: Ich beginne im November mein Referendariat an einem Gymnasium in Hamm. Wenn ich eine Schule in Münster als Arbeitsort zugewiesen bekommen hätte, dann wäre eine weitere Saison unter Umständen möglich gewesen, dachte ich anfangs. Inzwischen bin ich aber davon überzeugt, dass nur eine Sache klappen kann. Profisport oder Beruf. Insofern konzentriere ich mich nun voll auf meine Karriere als Lehrerin.

Du bleibst aber Münsteranerin?

Ines Bathen: Ja, Münster ist für mich zu meiner zweiten Heimat geworden. Ich bleibe hier wohnen und pendle täglich nach Hamm und zurück. Ich wohne in der Südstadt, das passt schon einmal von der Richtung. 

 

Unvergessen: Das Pokal-Halbinale am 27. Dezember 2014 gegen Stuttgart. Foto: Stefan Gertheinrich
Unvergessen: Das Pokal-Halbinale am 27. Dezember 2014 gegen Stuttgart. Foto: Stefan Gertheinrich

Was gefällt Dir an Münster besonders gut?

Ines Bathen: Ich mag die Nähe zu meiner ersten Heimat. Bis nach Nuttlar ist es nur gut eine Stunde Autofahrt, so dass ich meine Eltern oft sehen konnte und auch in Zukunft oft sehen kann.  Dann hat Münster auch die richtige Größe für mich. Nicht zu klein und nicht zu groß. Das Flair ist wegen der vielen Studenten sehr schön. Und ich mag den Aasee sehr. 

Du hast jetzt viele Jahre einen festen Rhythmus aus Training, Studium und Spielen gehabt. Wird Dir das fehlen?

Ines Bathen: Das wird sich zeigen. Im Moment habe ich sehr viel Zeit, das ist schon komisch. Aber wenn das Referendariat dann in wenigen Wochen losgeht, dann habe ich sicher schon bald wieder eine feste Struktur in meinen Tagen.

Vermisst Du den Leistungssport denn schon? 

Ines Bathen: Diesen Sommer habe ich ja noch die Trainings der 1. Mannschaft mitgemacht. Von 100 auf 0 – das geht ja auch nicht. Inzwischen freue ich mich aber mehr auf das was vor mir liegt, als dass ich der Vergangenheit nachtrauere. Und ein Spiel habe ich ja auch noch.

Richtig: Am 14. Oktober spielst Du ein letztes Mal mit der 1. Mannschaft. Freust Du Dich schon darauf? 

Ines Bathen: Ja natürlich. Erst wollte ich gar kein Abschiedsspiel. Ich stehe nicht so gerne im Mittelpunkt. Aber der Verein hat mich dann überzeugt und es findet ja auch im Rahmen der offiziellen Teamvorstellung statt. So ist es in Ordnung für mich. 

Keine Angst vor großen Emotionen?

Ines Bathen: Nein, Angst habe ich natürlich nicht. Ich freue mich auf Sonntag. Emotional wird es sicherlich. 

Auch vom Publikum kannst Du Dich dann noch verabschieden, denn beim letzten Pflichtspiel am Berg Fidel stand Dein Karriereende ja noch nicht fest.

Ines Bathen: Ja, das stimmt. Ich hoffe, es kommen viele Zuschauer. Das Publikum war in den letzten Jahren immer sehr gut. Das ist für die Spielerinnen natürlich enorm wichtig. 

Dann freuen wir uns auf den 14. Oktober.

Ines Bathen: Das machen wir. 

Wenn es die Zeit zulässt, spielt Ines Bathen künftig regelmäßig in der II. Mannschaft des USC in der Dritten Liga West. Foto: Hubertus Huvermann

Wenn es die Zeit zulässt, spielt Ines Bathen künftig regelmäßig in der II. Mannschaft des USC in der Dritten Liga West. Foto: Hubertus Huvermann

 

 

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