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USC hat gegen den Primus nichts zu verlieren

Zu diesem Zeitpunkt erfolgreichste Punktesammlerin des USC: Ivana Vanjak. Foto: Stefan Gertheinrich
Zu diesem Zeitpunkt erfolgreichste Punktesammlerin des USC: Ivana Vanjak. Foto: Stefan Gertheinrich

Zum ersten Mal präsentiert sich am Sonntag der USC Münster seinem Publikum im neuen Jahr. Und schwerer hätte die dann anstehende Aufgabe wohl kaum ausfallen können: Mit dem Dresdner SC kommt die derzeit beste Mannschaft Deutschlands ins Volleydome (Sporthalle Berg Fidel, 14:30 Uhr).
 
„Natürlich ist das auf der einen Seite die schwierigste Aufgabe, die es momentan gibt“, gesteht USC-Cheftrainer Teun Buijs, ergänzt aber: „Auf der anderen Seite: Was haben wir als krasser Außenseiter gegen so einen starken Gegner schon zu verlieren?“ Zudem könne es auch ganz hilfreich sein, nach der Enttäuschung über das 2:3 in Erfurt nun gegen den Tabellenführer anzutreten.
 
Das lenkt das Team auch ein bisschen von dem Fluch ab, der beim USC auf der Diagonalposition zu liegen scheint. Erst setzte eine Thrombose die als Hauptangreiferin vorgesehene Ivana Bulajic für diese Saison außer Gefecht, dann riss Lena Vedder im Dezember das Kreuzband. Und nun wurde am Mittwoch Neuzugang Liza Kastrup unverschuldet in einen Verkehrsunfall verwickelt, kam glücklicherweise aber mehr oder weniger mit dem Schrecken und einem leichten Schleudertrauma davon. Am Donnerstagabend sollte Kastrup dann wieder mit leichtem Training belastet werden. „Beherrscht in Münster jemand Voodoo, der diesen Bann auf der Diagonalen bei uns brechen kann?“, fragt Buijs nur halb im Scherz. Denn die Personalsituation ist für Münster hier dann doch schon ziemlich ernst, auch wenn der Niederländer davon ausgeht, dass Kastrup am Sonntag zur Verfügung steht.
 
Was da auf den USC in Form des Dresdner Kaders zukommt, ist den Volleyballkennern bewusst, Buijs umreißt es ganz kurz: „Das ist ein exzellent besetztes Team mit einem sehr guten Trainer“, so der 57-Jährige. Diagonalspielerin Pia Kohonen spielt mit bereits 190 Ballpunkten fast in einer eigenen Liga. „Sie bekommt jedes Spiel 50 bis 60 Bälle und hat eine Quote von etwa 50 Prozent. Die Zuspielerinnen können sie immer bedienen und wissen, dass dabei was Gutes rauskommt“, sagt Buijs. Dazu kommt ein Block mit einer Angriffsquote zwischen 80 und 90 Prozent. In diesem starken Ensemble findet Buijs jedoch noch eine Akteurin herausragend, nämlich Mareen Apitz. „Sie ist die beste deutsche Zuspielerin“, ist Buijs von der 30-jährigen Regisseurin überzeugt.
 
Trotz dieser Qualitäten der Sachsen bleibt die Weiße Fahne schön stecken. Buijs: „Jede Mannschaft, auch Dresden, hat einen Schwachpunkt. Den müssen wir finden, und versuchen für uns auszunutzen. Ob das dann klappt, ist dann immer die Frage.“ Die Niederlage in Erfurt – immerhin mit einem Punkt dekoriert – haben die Unabhängigen in dieser Woche aufgearbeitet. Zwei Stunden dauerte alleine die Videoanalyse am Montag, „dann haben wir drüber gesprochen, was wir falsch gemacht haben. Die Mädels haben dann Dienstag im Training direkt darauf reagiert“, verrät Buijs: „Das sollte auch so sein. Es ist kein Problem, mal ein Spiel zu verlieren. Aber dann musst du eine Antwort darauf geben.“ Und so kann der Trainer gegen einen Gegner, der national und international nun 15 Siege in Serie auf dem Konto hat, nicht versprechen, dass Punkte in Münster bleiben. Wohl aber, dass der USC trotzdem alles dafür tun wird.

 

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