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USC kann MTV-Siegesserie nicht stoppen

Münsters MVP Juliet Lohuis kommt hier an Stuttgarts Paige Tapp vorbei. Foto: Daniel Wesseling
Münsters MVP Juliet Lohuis kommt hier an Stuttgarts Paige Tapp vorbei. Foto: Daniel Wesseling

Die Volleyballerinnen des USC Münster haben die Siegesserie des Allianz MTV Stuttgart am Sonntag nicht stoppen können. Zwar rangen die Unabhängigen den Schwaben einen Satz ab – mehr als Spitzenreiter Dresden letzte Woche gegen den MTV schaffte – aber die Punkte gingen an den noch amtierenden Pokalsieger.
 
Nach 92 Spielminuten mussten sich die Westfälinnen dem Gast mit 1:3 (17:25, 15:25, 25:16, 15:25) fügen. Immerhin zeigten die Akteurinnen von USC-Cheftrainer Teun Buijs, was auch gegen einen Meisterschafts-Mitfavoriten möglich ist, wenn alles hundertprozentig passt und gewannen den dritten Abschnitt deutlich mit 25:16.
 
Aufatmen konnten die Münsteranerinnen schon vor dem ersten Aufschlag, denn Libera Lisa Thomsen, die zuletzt zwei Partien wegen einer Sprunggelenksverletzung ausfiel, konnte wieder vollumfänglich eingreifen. In der Startsechs ließ Buijs natürlich Kapitänin und Zuspielerin Mareike Hindriksen beginnen, im Block waren Jule Langgemach und Juliet Lohuis erste Wahl, die Diagonale übernahm diesmal Ivana Vanjak, und auf den Außenpositionen spielten Ines Bathen und Lina Alsmeier.
 
Nach einem guten Start zeichnete sich allerdings schon früh ab, wie stark der Stuttgarter Kader besetzt ist und warum die Schwaben daher zu den Topfavoriten auf den Titel zählen. Der Aufwand der Münsteranerinnen für Punkterfolge war erheblich höher, manchmal hatten die Unabhängigen in einer Rallye vier Angriffsversuche zu verzeichnen – und Stuttgart brachte den Ball dennoch mit der ersten Punktchance auf den Boden. Einen deutlichen Niveauvorteil hatten die Gäste gerade im ersten und zweiten Set im Bereich Aufschlag/Annahme. Und so zogen die Stuttgarterinnen über 16:11 und 20:13 auf 25:17 davon.  
 
Das gleiche Bild sahen die 1469 Fans im münsterschen Volleydome nach dem ersten Seitenwechsel. Stuttgart, geführt von Regisseurin Femke Stoltenborg, blieb die klar tonangebende Mannschaft und konnte von Münster nur punktuell in Verlegenheit gebracht werden. Gegen den immens starken Stuttgarter Aufschlag und die Smashs der Gäste-Angreiferinnen fanden die Unabhängigen kein Mittel. Auch wenn sie keinen einzigen Ball verloren gaben und vehement kämpften – was die Zuschauer damit quittierten, dass sie sich auch bei einem Stand von 6:16 von den Plätzen erhoben und ihr Team lautstark anfeuerten, also in dieser unangenehmen Situation nicht allein ließen. Dennoch – nur 15 Punkte schaffte Münster im zweiten Durchgang auf die Habenseite.
 
Doch Buijs fand – zumindest für eine längere Phase – eine Stellschraube, die Erfolg zeitigte: Zum dritten Satz kam Roosa Laakkonen im Block für Jule Langgemach, das schien lange Zeit die zündende Idee zu sein. Münster setzte sich in einer Phase, in der fast alles klappte, vom Pokalsieger ab, auch wenn nach zwischenzeitlichem 9:3 die Stuttgarter den Rückstand bis auf 11:13 verkürzten. Aber Münster bekam dann wieder Oberwasser. „Als Stuttgart etwas Druck rausgenommen hat, waren wir da“, lobte Buijs nach dem Spiel. Vor allem die Aufschlagswirkung und der Block waren in diesem Abschnitt beim USC auf Top-Niveau. Mit einem Ass verkürzte Mareike Hindriksen nach Sätzen auf 1:2.
 
Ein zweites Mal konnten die Gastgeberinnen die Aufholjagd gegen die Schwaben, wie sie die Fans Ende November beim 2:3 im Pokal-Viertelfinale erlebt hatten, nicht wiederholen. MTV-Coach Giannis Athanasopoulos brachte zum vierten Durchgang Michaela Mleijnikova zurück für Renata Sandor. Mit ihr lief es für den Liga-Zweiten wieder rund, Münster konnte nur bis zum 5:5 mithalten, dann zeigten die Gäste wieder ihr ganzes Potenzial und gewannen den Satz und damit das Match am Ende deutlich mit 25:15.
 
„Stuttgart hat einfach einen Super-Angriff und eine hervorragende Abwehr. Daher war es heute nicht einfach für uns“, resümierte Buijs nach der Partie. „Wir haben super gekämpft. Aber Kampf allein reicht gegen ein Team wie Stuttgart auf die Dauer nicht. Man sieht, dass wir noch Erfahrung aufbauen müssen. Und das braucht Zeit. Aber wir haben auch heute wieder viel für uns gelernt“, so der Niederländer, der nun mit seinem Ensemble am nächsten Wochenende zu den Roten Raben Vilsbiburg fährt. Ein Gegner, der als direkter Tabellennachbar deutlich eher in Reichweite des USC liegt als es der Meisterschaftskandidat aus Schwaben am Sonntag tat.

 

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