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USC macht Werbung in eigener Sache

Foto: Chris Schmidt
Foto: Chris Schmidt

Der USC Münster hat sein Auswärtsspiel beim SSC Palmberg Schwerin am Mittwochabend mit 1:3 (25:27, 25:17, 15:25, 22:25) verloren.

Wenn man nach zwei Spielen und zwei Niederlagen mit null Punkten in die Saison startet, dann braucht man in den meisten Sportarten schon viel Phantasie, um dem noch etwas Gutes abzugewinnen. Nicht so in der Volleyball Bundesliga der Frauen. Denn dort sind die ersten drei Plätze im Prinzip fix an Schwerin, Stuttgart und Dresden vergeben. Und der USC Münster musste in den ersten beiden Partien gegen Dresden und Schwerin antreten. Beide Spiele gingen mit 1:3 verloren. Aber in beiden Begegnungen zeigte die vom erfahrenen Niederländer Teun Buijs trainierte Mannschaft, was in ihr steckt: Klasse, Qualität und vor allem eine unglaubliche Einsatzbereitschaft. „Ich bin sehr zufrieden mit unserem Auftritt heute“, so der Trainer. „Nur leider stehen unter dem Strich keine Punkte für uns. Das muss sich jetzt ändern.“

Am Mittwochabend konnte der USC Münster vor ganz großem Publikum (das Spiel wurde live auf SPORT1 übertragen) Werbung für sich machen. Und das gelang! Wie schon gegen Dresden brauchte die Mannschaft etwas, um ins Spiel zu kommen. Der Respekt vor dem amtierenden Deutschen Meister war offenbar groß - zumal mit Teresa Mersmann, Juliet Lohuis und Lena Vedder kurzfristig auch noch drei wichtige Spielerinnen ausgefallen waren. Einen zwischenzeitlichen 5-Punkte-Rückstand drehte der USC aber zum Ende des ersten Satzes in eine 24:23-Führung. Leider konnten die Unabhängigen den Satzball nicht für sich nutzen. Und auch den zweiten, beim Spielstand von 25:24 für den USC, nicht. Schwerin behielt die Nerven, die Münster zu diesem Zeitpunkt fehlten, und entschied den ersten Durchgang sehr glücklich mit 27:25 für sich.

Darüber schienen die Schützlinge von Teun Buijs lange nachzudenken, denn im zweiten Satz stand es schnell 4:0 für die Gastgeberinnen. Teun Buijs nahm bereits zu diesem frühen Zeitpunkt eine Auszeit - und die sollte sich lohnen. Wie verwandelt kam der USC zurück aufs Parkett: Über 3:5 und 5:6 stand es plötzlich 7:7 . Als der USC dann gar mit 13:11 in Führung ging, sah sich Schwerins Trainer Felix Koslowski zu einer Auszeit gezwungen. Es nützte aber nichts: Münster sammelte weiter fleißig Punkte - darunter zahlreiche Blockpunkte - und beim Stand von 20:13 für die Gäste war es plötzlich mucksmäuschenstill in der Halle. Damit hatte wohl niemand gerechnet. Im Vorfeld war in Schwerin viel über die Champions League geredet worden. Koslowski selbst sprach wenige Sekunden vor der Partie noch in die Fernsehkamera, dass sein Team in 99 Prozent aller Fälle daheim in der Bundesliga als Favorit in die Partie gehe. So kann man sich irren... Den zweiten Satz holte Münster mit 25:17. Wäre einer der beiden Satzbälle aus dem ersten Durchgang genutzt worden... Aber, um es mal mit Lothar Matthäus zu sagen: Wäre, wäre, Fahrradkette.

Im dritten Satz hielt Münster zunächst weiter mit, musste dann aber den kraftraubenden letzten Tagen (es war das dritte Spiel innerhalb einer Woche) Tribut zollen. Der Trainer wechselte Mareike Hindriksen, die kurz zuvor bei einer Abwehraktion aufs Gesicht gefallen war, und Liza Kastrup aus. Es kamen Svenja Enning und Luisa Keller. Schwerin spielte weiter schnell und mit hohem Druck. Und wurde im dritten Satz tatsächlich auch seiner Favoritenrolle gerecht. 25:15 hieß es am Ende. Im vierten Satz drehte der USC dann wieder auf. Liefen die Angriffe zuvor oft über Ivana Vanjak, setze Zuspielerin Mareike Hindriksen nun immer häufiger Luisa Keller ein und machte das Spiel so schwerer ausrechenbar. Die 17jährige sammelte fleißig Punkte und wurde am Ende zur wertvollsten Spielerin auf Seiten des USC gewählt. Bei Schwerin erhielt völlig zu Recht Jennifer Geerties die MVP-Auszeichnung. Münster war über Zwischenstände von 4:6, 6:10, 8:13 und dann sogar 11:17 eigentlich immer vorne. Der Tiebreak war in greifbarer Nähe. Ob es an der Qualität der Schwerinerinnen lag, oder daran, dass der USC vielleicht zu viel über den möglichen Punktgewinn nachdachte... der Faden riss auf jeden Fall. Schwerin glich durch eine 6-Punkte-Rallye zum 17:17 aus. Am Ende wehrte sich der USC nochmal gegen die drohende Niederlage, konnte das Ergebnis von 22:25 im vierten Satz aber nicht mehr verhindern. 

Unter dem Strich lautet das Fazit: Gegen Dresden gut, gegen Schwerin sehr gut gespielt. Bitte so weitermachen, wenn dann ab jetzt andere Gegner kommen. Am Freitag bestreitet der USC Münster bereits sein nächstes Spiel. Um 18 Uhr beim VCO Berlin. Aktuell ist noch unklar, ob Teresa Mersman nach Berlin nachreist. „Sie ist noch nicht ganz gesund und dann besteht ja auch immer die Gefahr, dass sie andere Mitspielerinnen ansteckt“, so der Trainer. Lena Vedder und Juliet Lohuis fallen für das Spiel in Berlin auf jeden Fall weiter aus. 
 

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